Götzelia.lab
Irrlicht zwischen Realität und Fantasie
Schon in der Schulzeit bewegte sich die Künstlerin ständig zwischen Musik, Mathematik, Physik und Kunst umher. Diese Felder waren nie klar getrennte Disziplinen, sondern überlagernde Zustände, die sich gegenseitig beeinflussten – durchzogen von einer frühen Vorliebe für Fantasy-Geschichten, fremde Völker und weite, imaginierte Landschaften.
Auch während des Studiums der Physikalischen Technik blieben Musik und Kunst stets präsente Parallelwelten – wellenförmig auf- und abflackernd, mal dominant, mal im Hintergrund, nie jedoch verschwunden. Die Grenze zwischen Fantasy und Realität blieb dabei bewusst verschwommen: Ihre Werke, Völker und Gestalten irrlichtern zwischen den Welten umher, tauchen auf, verschwinden wieder und lassen offen, welchem Reich sie eigentlich entstammen.
Wie in der Physik treffen hier unterschiedliche Wellenlängen aufeinander und erzeugen Interferenzen: Phasen, in denen sich alles addiert, verstärkt und zu ungeahnten Höhenflügen aufschwingt, in denen Energie freigesetzt wird und etwas explodiert. Und ebenso Phasen, in denen sich die Wellen gegenseitig auslöschen, Stille entsteht und über lange Strecken scheinbar nichts geschieht.
Auch diese Zustände sind Teil des Prozesses
In einer Welt, die nach eindeutigen Zuschreibungen verlangt, die ordnet, kategorisiert und reglementiert, verweigert sich die Künstlerin bewusst der Schubladisierung. Unbekümmert irrlichtert sie zwischen den verminten Territorien der Disziplinen umher, überschreitet Grenzen und ignoriert starre Regeln – ebenso wie zwischen Realität und Fantastik, zwischen dem Messbaren und dem Mythischen. Was sie dabei leitet, ist kein System, sondern eine eigene innere Logik – und das Vertrauen darauf, dass Sie genau in diesen Zwischenräumen, diesen Grenzlanden, das tut, was sie am besten kann: einfach ihr eigenes Ding machen.
